Neue Vorlesung im Sommersemester 2012 donnerstags von 10:15 bis 11:45 im kleinen Hörsaal, Renthof 5, Uni Marburg

Gruppentheorie im Sommersemester 2002

Warum ist diese Vorlesung besonders schlecht?

1) Statt widerspruchsfreie Systeme von Axiomata zu definieren und Theoremata mathematisch streng zu beweisen, werden Beispiele vorgerechnet. Dieser Dr.Brosa verwechselt die Universität mit einem Kindergarten.

2) Ein geistig hoch stehender Mensch versteht das Prinzipielle und durchschaut Strukturen. Das Mümmeln von Zahlen überlässt er Computern und die Anwendungen den Inschenjören, jenen bemitleidenswerten Kreaturen, die nichts Besseres können. Was tut dieser Dr.Brosa? Im Kapitel über algebraische Gleichungen führt er gleich zwei Schreibweisen für Permutationen ein. Woher hat er die viele Zeit? Er analysiert Gruppen, Untergruppen, Äquivalenzklassen, Normalteiler und Quotientengruppen bis ins Detail. Er führt ein Verfahren vor, mit dem sich symmetriegerechte Funktionen konstruktiv aufstellen lassen. Er strapaziert einen verstaubten Algorithmus aus dem 18. Jahrhundert, das Waringsche Abrahmen, um die numerischen Werte der symmetriegerechten Funktionen wirklich auszurechnen. Und damit löst er algebraische Gleichungen tatsächlich. Eine unsägliche Niveaulosigkeit!

3) Das Alter hat diesen Dr.Brosa schon früh geschlagen. Im Kapitel über Kristallografie beschäftigt er sich mit Geduldspielen für ältere Herren. Die Kristallografie steht doch komplett in Tabellen. Zum Überdruss kultiviert dieser Dr.Brosa Exotismen. Wo sonst unterscheidet man zwischen Punkt- und Bewegungsgruppen? Wo sonst werden die Punktgruppen aus Permutationsgruppen abgeleitet? Dr.Brosas "theologische Methode" verhöhnt alle tiefgläubigen Menschen. Seine geometrische Konstruktion von Matrizen, die die Punktgruppen darstellen, ist höchstens etwas für schlichte Gemüter. Wozu die vereinheitlichte Darstellung von Drehspiegelungen und Verschiebungen, und wozu die schrulligen Frobenius-Kongruenzen? Wo sonst werden die Bewegungsgruppen aus den Punktgruppen entwickelt? Dr.Brosa soll endlich (m)ein gutes Buch über Festkörperphysik lesen, damit er lernt, worauf es ankommt.

4) Liesche Gruppen werden in der Vorlesung des Dr.Brosa nur verwendet, um Differentialgleichungen zu lösen. Ein längst vergessenes Theorem von Lie selbst wird wörtlich zitiert und angewendet. Für das entzückende Glasperlenspiel mit Casimir- und Leiter-Operatoren hat Dr.Brosa keinen Sinn.

5) In seinem Kapitel über irreduzible Darstellungen rechnet Dr.Brosa die Matrix-Darstellungen einer Permutationsgruppe aus. Immerhin, der Algorithmus ist nur hundert Jahre alt. Kein modernes Lehrbuch bringt ihn. Wo aber bleiben die Definitionen der Äquivalenz, Irreduzibilität, Unitarität und der Charaktere? Wo bleiben die Orthogonalitäts- und Vollständigkeitsrelationen? Wo bleibt das Wigner-Eckhart-Theorem?

6) Kennt dieser Dr.Brosa die aufregenden Entwicklungen der letzten 14 Tage in Algebra und Elementarteilchenphysik nicht? Stattdessen stößt er die StudentInnen ins 19. Jahrhundert zurück. Er hat noch die Stirn, diese Unverantwortlichkeit als historische Methode zu bezeichnen.

7) Der Ungeist, welcher in der Vorlesung herrscht, zeigt sich am deutlichsten in einer Fußnote auf S.7:

  Lechts und rinks
  kann man nicht velwechsern.
  Werch ein Illtum.
Kann man sich einen anderen Menschen als diesen Dr.Brosa vorstellen, der solchen Schwachsinn verzapfen könnte?

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