Die Lehren der Thermodynamik können in drei Hauptsätzen zusammengefasst werden:
2. Hauptsatz: Alles wird immer nur schlechter.
1. Hauptsatz: Man kommt nie raus.
3. Hauptsatz: Es ist unmöglich absolut cool zu werden.
Unten kann mensch sich Notizen meiner Thermodynamik-Vorlesung durch Anklicken verschaffen.


Max Planck 1901 Die folgenden Zitate stammen vom Thermodynamiker Max Planck: Wissenschaftliche Selbstbiographie, 5.Auflage bei Johann Ambrosius Barth Leipzig 1970 (1.Auflage 1948).

Bild: Plancks Verhältnis zu seinem Friseur war zeitlebens gespannt.

Vorlesungskritik an Helmholtz und Kirchhoff

Hermann Helmholtz loco citato pagina 9
Allerdings muß ich gestehen, daß mir die Vorlesungen keinen merklichen Gewinn einbrachten. Helmholtz hatte sich offenbar nie richtig vorbereitet. Er sprach immer nur stockend, wobei er in einem kleinen Notizbuch sich die nötigen Daten heraussuchte, außerdem verrechnete er sich beständig an der Tafel, und wir hatten das Gefühl, daß er sich selber bei diesem Vortrag mindestens ebenso langweilte wie wir. Die Folge war, daß die Hörer nach und nach wegblieben; schließlich waren es nur noch drei ...

Bild: Hermann v.Helmholtz, der Fürst v.Bismarck der deutschen Physik, trutzigstes Bollwerk Germaniens gegen das treulose Albion.

Gustav Kirchhoff l.c.p.9
Im Gegensatz dazu trug Kirchhoff ein sorgfältig ausgearbeitetes Kollegheft vor, in dem jeder Satz wohl erwogen an seiner richtigen Stelle stand. Kein Wort zu wenig, kein Wort zu viel. Aber das Ganze wirkte wie auswendig gelernt, trocken und eintönig. Wir bewunderten den Redner, aber nicht das, was er sagte.
Bild: Gustav Kirchhoff entdeckte ein paar richtige Zusammenhänge und schrieb viel Unsinn. Die meisten Menschen tun nur das Zweite, wenn sie überhaupt schreiben können.

Wie sich die Wahrheit ausbreitet

l.c.p.9

So kam es, daß mir die Abhandlungen von Rudolph Clausius in die Hände fielen, deren wohlverständliche Sprache und einleuchtende Klarheit mir einen gewaltigen Eindruck machten und in die ich mich mit wachsender Begeisterung vertiefte. Insbesondere würdigte ich die von ihm gegebene genaue Formulierung der beiden Hauptsätze der Wärmetheorie und die erstmalige Durchführung ihrer scharfen Trennung voneinander. Bis dahin war nämlich, als Konsequenz der stofflichen Wärmetheorie, die Auffassung allgemein gewesen, daß der Übergang der Wärme von höherer zu tieferer Temperatur gleichartig sei mit dem Herabsinken eines Gewichtes von höherer zu geringerer Höhe, und diese irrtümliche Anschauung ließ sich nicht leicht verdrängen.

l.c.p.13

Es gehört mit zu den schmerzlichsten Erfahrungen meines wissenschaftlichen Lebens, daß es mir nur selten, ja, ich möchte sagen, niemals gelungen ist, eine neue Behauptung, für deren Richtigkeit ich einen vollkommen zwingenden, aber nur theoretischen Beweis erbringen konnte, zur allgemeinen Anerkennung zu bringen.

l.c.p.16,17

Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, daß ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, daß die Gegner allmählich aussterben und daß die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist.

Wie Professuren besetzt werden

l.c.p.11

... im Frühjahr 1885 erging an mich der Ruf als Extraordinarius für theoretische Physik an der Universität Kiel. Es kam mir vor wie eine Erlösung: den Augenblick, da mich der Ministerialdirektor Althoff zu sich in das Hotel Marienbad bestellte und mir die näheren Bedingungen mitteilte, zähle ich zu den glücklichsten meines Lebens.

Freilich vermutete ich nicht mit Unrecht, daß ich diesen Glücksfall nicht eigentlich meinen wissenschaftlichen Leistungen zu verdanken hatte, sondern vielmehr dem Umstand, daß der Kieler Professor der Physik Gustav Karsten ein naher Freund meines Vaters war.

Die Entdeckung des Wirkungsquantums

l.c.p.18,19

Damals hatten sich nämlich eine ganze Anzahl hervorragender Physiker sowohl von der experimentellen als auch von der theoretischen Seite her dem Problem der Energieverteilung im Normalspektrum zugewandt. Aber sie suchten alle nur in der Richtung, die Strahlungsintensität in ihrer Abhängigkeit von der Temperatur darzustellen, während ich in der Abhängigkeit der Entropie von der Energie den tieferen Zusammenhang vermutete. Da die Bedeutung des Entropiebegriffs damals noch nicht die ihr zukommende Würdigung gefunden hatte, so kümmerte sich niemand um die von mir benützte Methode, und ich konnte in aller Muße und Gründlichkeit meine Berechnungen anstellen, ohne von irgendeiner Seite eine Störung und Überholung befürchten zu müssen.
Max Planck, Begründer der Quantentheorie wider Willen, starb 1947. Sein Sohn Erwin wurde 1944 aus politischen Gründen von deutschen Richtern zum Tod verurteilt und 1945 hingerichtet.


Auch im Jahr 2006 werden Entropie und die damit gebildeten thermodynamischen Potentiale weder ausreichend gewürdigt noch angewandt. Ich halte eine Vorlesung über Thermodynamik um diesen Missstand zu mildern. Einem Teil meiner Vorlesung liegen die folgenden Notizen zugrunde:

1. Wärme als unzerstörbarer Stoff

S.1, S.2, S.3, S.4, S.5, S.6, S.7, S.8.

2. Die Hauptsätze der Thermodynamik

S.9, S.10, S.11, S.12, S.13, S.14, S.15, S.16,
S.17, S.18, S.19, S.20, S.21, S.22, S.23, S.24,
S.25.

3. Thermodynamische Potenziale

S.26, S.27, S.28, S.29, S.30, S.31, S.32, S.33,
S.34, S.35, S.36.

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